Wirklich absurd. Früher bei meinem damaligen Arbeitgeber gab es für das Portal einen Content Manager, keine Ahnung wie der hieß. Damals war man der Meinung mit Funktionen eine Seite überladen zu müssen, damit Seitenbesucher möglichst lange auf dem Portal verweilen. Nicht nur Pageviews und Pageimpressions war hier der Marketinggag, sondern die “Verweildauer” auf dem Portal. Horoskope, Shopping, Lifestyle, Erotik und viele andere Schlagwörter wurden auf eine Seite geklatscht um möglichst viel anbieten zu können. Meistens wurde von extern eingekauft. Zuständig hierfür war eben ein Content Manager.
Und wie lachhaft solche Marketing Worthülsen sich anhören in Zeiten des Web 2.0 - wobei, was ist Web 2.0? Die Verbindung verschiedener Inhalte aus unterschiedlichen Quellen oder? Nichts anderes hat man damals gemacht. Man nutzte andere Dienstleister um seine Seite zu komplettieren. Wer fragt da nach Inhalten? Wer schaut sich die Inhalte an? Wie gehaltvoll waren die Inhalte? Fast gegen Null!
Kaum einen hat das Geschwafel interessiert, was da auf den Portalen stand. Und das Geld was für die Inhalte ausgegeben wurde, wäre sicher besser in die Weiterbildung der Mitarbeiter investiert. Um dem ganzen noch einen Gipfel aufzusetzen, wurden hoch teure Sun Server und sehr teure Loadbalancer eingesetzt um den zu erwartenden Ansturm gewachsen zu sein. Hochverfügbarkeit war hier ein Stichwort. Wehe das Portal lief mal nur ein paar Minuten nicht! Das Donnerwetter hörten damals auch kleine Projekt Manager wie mich von der Geschäftsleitung.
Nun sind ein paar Jahre vergangen. Was ist geblieben? Nur heimliches Grinsen.
Web 2.0 ist überall zu hören und zu lesen. Die Verknüpfung von Inhalten und Angeboten von anderen Seiten. Waren wir nicht mal auf dem richtigen Weg, weg von überfrachteten Webportalen? Klar strukturierte “Inhalte” mit Wert lief doch eigentlich besser oder?
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