Noch immer arbeitet so mancher ambitionierter Webdesigner mit WYSIWYG Editoren ohne zu wissen, wie schnell sich schlechter HTML Code in eine Seite einschleicht. Jenseits des <html> Tags gibt es weit aus mehr Möglichkeiten, die nur Profis beherrschen.
Viel Schlimmer sind Werbegrafiker, die meinen ihre Hochglanzbroschüren auf das Web übertragen lassen zu können. Sicher machen Werbeagenturen einen tollen Job, doch immer wieder hört man, dass die Webseite ja nur eines von vielen Werbemedien sei, welches nur durch die Agentur nebenbei erledigt werden muss. Am Ende stehen dann Webseiten mit riesigen Grafiken, die hunderte KByte Speicherplatz fressen und die sich kaum einer ansehen möchte, da die Ladezeit viel zu lange ist.
Webseiten sind keine Hochglanzbroschüren. Wir haben in Deutschland genug gute (und ambitionierte) Webdesigner, die in der Lage sind exzellente Konzepte zu entwickeln. Konzepte aus Werbeagenturen lassen sich nicht so ohne weiteres auf einem Bildschirm platzieren. Wenn man diese Idee verfolgt, liegt man im aufbau einer Seite völlig falsch. Ohne die Zusammenarbeit zwischen Werbeagentur und Webdesigner funktioniert ein Seitenkonzept nicht. Viel mehr: Der Webdesigner muss zu beginn der Konzeptfindung eingebunden werden, damit nicht zwanghaft eine gedruckte Broschüre in ein <html> Korsett gequetscht wird.
Wiedererkennung, neudeutsch “Corporate Identity” bedeutet nicht ein 1:1 kopieren der vorhandenen Grafiken für eine Webseite. Spätestens wenn Seitenbesucher fern bleiben, muss man sich über das Konzept Gedanken machen. Schließlich ist es ja das Ziel Menschen zu erreichen. Navigationselemente und Inhalte müssen zueinander passen. Seiten ohne Inhalte, veralteten Inhalten oder Inhalten ohne erkennbaren Mehrwert sind Marketinggags, nicht mehr und nicht weniger.
Auch ich bin dem mal erlegen und habe eine Seite erstellt, deren Konzept eines Werbegrafikers zugrunde lag. Mittlerweile sträube ich mich gegen eine solche Vorgehensweise und mach meinen Unmut darüber deutlich, wie schwachsinnig ein solcher 1:1 Wille zur Umsetzung doch ist. Papier ist Papier, das gedruckte wirklich völlig anders. Druckfarbwerte sind nicht gleich Bildschirmfarben. Die Benutzung des Webs funktioniert anders wie der erste Blick auf ein Faltblatt.


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